Der Weißburgunder Schulthauser der Kellerei St. Michael ist einer der quintessenziellen Weine Südtirols.
1. Angesichts der jährlich produzierten Menge – 200.000 Flaschen – wäre man geneigt, ihn als Massenwein zu bezeichnen.
2. Angesichts des Preises – 12 Euro – wäre man geneigt, nicht allzu viel von ihm zu erwarten.
3. Angesichts der Tatsache, dass er von einer Kellereigenossenschaft produziert wird, wäre man geneigt, keine allzu großen Qualitätshoffnungen in ihn zu setzen.
Aber: Angesichts der Tatsache, dass es sich bei ihm um den Weißburgunder Schulthauser der Kellerei St. Michael/Eppan in Südtirol handelt, läge man in allen 3 Punkten vollkommen daneben.
Denn: Mit Sicherheit ist der Schulthauser einer der „quintessenziellen“ Weine Südtirols und nicht zu Unrecht der Star der Kellerei.
Sein Produzent, Kellermeister Hans Terzer, der insgesamt 350 Genossenschafter, 380 Hektar Anbaufläche und über 2,5 Millionen Flaschen pro Jahr zu managen hat, beweist mit diesem Wein, dass hohe Qualität und große Menge keine Widersprüche sein müssen.
Der Schulthauser in seiner eigenwillig geformten Flasche mit dem herrlich klassisch-konservativen Etikett ist kein hipper Partywein, den man gedankenlos hinunterspült. Nein, dieser Wein geht schon tiefer unter die Geschmackspapillen und stellt einen Fixpunkt im Koordinatensystem aller Weißburgunderfans dar.
Typisch für ihn sind intensive Apfel-, Marillen-, Birnen-, sowie leichte Zedernholztöne und eine rassige Säure.
Seinen Namen verdankt dieser „Sir unter den Südtiroler Weißweinen“ der Weinbergslage „Schulthaus“. Die Südosthänge dieses klassischen Weißburgundergebiets Südtirols liegen auf etwa 500 m Höhe oberhalb des Schlosses Moos in Eppan. Lehmige Kalkschotterböden, kühle, frische Nächte während der Reifezeit und bis zu 40 Jahre alte Rebstöcke liefern den Stoff, aus dem der Schulthauser gemacht ist.
Dass ein Viertel der Trauben in Holzfässern vergoren und der Wein bis Ende März auf der Feinhefe belassen wird, trägt zur unvergleichlichen Stilistik wesentlich bei.
Zum Glück für die Schulthauser-Freunde gibt’s genug von diesem Wein (siehe oben). Denn, so Hans Terzer in seiner gewohnt direkten Art: „Mein Ziel ist es, Weine von höchster Qualität zu produzieren. Und zwar nicht nur in homöopathischen Mengen und für eine exklusive Schicht von Weintrinkern.“ Irgendwie sympathisch, der Mann.

