Millennials & Wine


Wie die Generation der 20- bis 35-Jährigen mit Wein umgeht. 

 

Seit geraumer Zeit hat die Weinbranche ein besonders waches Auge auf die „Millennials“ – also auf die um 1980 geborene Generation junger Menschen, die heute in ihren Zwanzigern und frühen Dreißigern ist.

Typische Angehörige dieser „Generation Y“ bzw. „Digital Natives“ sind meist gut ausgebildet, multikulturell und weltoffen, mit Internet, Handy & Co aufgewachsen, nutzen täglich Social Media wie Facebook, sind optimistisch und selbstbewusst, haben meist gute Jobs: viele Gründe, warum die Millennials als Kunden für die Weinbranche von großem Interesse sind – jetzt, und noch viel stärker in den kommenden Jahren.

 

Allein in den USA werden etwa 15,5 Mio, in Großbritannien etwa 6,5 Mio. Menschen zu den wein-affinen Millennials gezählt.

Das Londoner Forschungsinstitut Wine Intelligence hat sich das Verhältnis der Millennials zum Wein etwas näher angesehen und die wichigsten Erkenntnisse vor wenigen Tagen auf der London International Wine Fair vorgestellt.

Demnach sind Millennials beim Wein preisbewusst, wählen meist Weine bis maximal 15 Euro, sind empfänglich für Ratschläge und Empfehlungen. Es sind viel mehr junge Frauen an Wein interessiert als in der Generation ihrer Eltern und Großeltern.

Eine Flasche Wein zu öffnen, wird bei den jungen Leuten mit einer gehobenen Art des Trinkens, mit mehr Kultur verbunden und ist „höheren“ sozialen und persönlichen Anlässen vorbehalten als sich etwa ein Bier aus dem Kühlschrank zu schnappen und sich damit vor den Fernseher zu setzen.

Die Kaufentscheidungen der Millennials werden beeinflusst durch:

  1. Empfehlungen von Freunden und Familie
  2. Rebsorte
  3. Sonderangebote
  4. Bekanntheit der Weinmarke
  5. Herkunftsland des Weines
  6. Etiketten-Design

Am häufigsten bemängeln die jungen Weintrinker ihr eigenes, geringes Wissen über Wein im Allgemeinen, und zu wenig Information über Weine in Restaurants. Und sie fühlen sich häufig verloren und überfordert von der Fülle der Angebote.

Moderne, stilisierte Etiketten werden als attraktiv empfunden, aber sie dürfen nicht „billig“ aussehen oder „overdesigned“ wirken. 

Von traditionellen Etiketten erwarten die jungen Menschen höhere Qualität und höhere Preise. Im Zweifel oder wenn die Marke unbekannt ist, werden klassische Labels bevorzugt gewählt, weil sie mehr „Sicherheit“ in Bezug auf die Kaufentscheidung versprechen.

Wine Intelligence rät dem Weinhandel im Umgang mit Millennials:

• Behandeln Sie Rot- und Weißwein als völlig verschiedene Arten von Getränken, sie sind nicht beliebig austauschbar.

 • Investieren Sie in ausgebildetes Verkaufspersonal, um diesen Konsumenten eine solide, aber einfühlsame Beratung zu geben.

 • Geben Sie einfache und geradlinige Informationen, wie der jeweilige Wein schmeckt und zu welchem Essen er gut passt.

Noch zwei interessante, von Wine Intelligence erhobene Fakten:

 • Die höchste Wertschätzung und Anerkennung bei Millennials genießen Weine aus Frankreich.

 • Obwohl Millennials Wineblogs und Online-Weinmagazine lesen, Flaschen, die ihnen gefallen, mit dem Handy fotografieren und sich auf YouTube einschlägige Webcasts ansehen – bei ihrer Facebook-Konversation geht es fast nie um Wein.

Empfehlungen für Millennials:

Hoch über der Donau

Go north, young man!

Beim Fred im kühlen Kamptal

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