Wein statt Gold?


Liv-ex Index zeigt den Wert der 100 weltweit begehrtesten Weine

 

Vergessen Sie ATX, DAX, Dow Jones, Hang Seng, Nikkei und Footise!

Denn wenn Sie zu jenen Menschen gehören, die Geld – so richtig Geld – haben, dieses aber weder in hochspekulativen Wertpapieren noch in Gold anlegen wollen, und gleichzeitig keine Scheu haben, Weine jahrelang in den Keller zu legen anstatt sie zu trinken, dann ist wohl „The Liv-ex 100 Fine Wine Index“ Pflicht für Sie!

Dieser Index repräsentiert die Preisbewegungen der 100 weltweit am stärksten nachgefragten Weine. Er wird jeden Monat neu berechnet und auf der Website www.liv-ex.com publiziert.

Seit fünf Jahren online, hat sich der Index – nach eigener Aussage – zur „leading benchmark“ im internationalen Weingeschäft entwickelt.

Der Index war von Mai bis September 2008 abgestürzt, erholte sich in jüngster Zeit aber wieder und steigt seit September 2009 kontinuierlich an: Anfang Mai 2010 erreichte er mit 281.21 Punkten seinen bisherigen Höchststand. Der Liv-ex ist damit im letzten Monat um 6,1%, seit Anfang des Jahres 2010 um 18,6% und seit dem Mai letzten Jahres um satte 31,8% gestiegen!

Fazit: hochpreisige Weine scheinen wieder sehr gefragt zu sein.

 

Die Mehrheit der 100 indizierten Weine – 91% – sind aus Bordeaux, aber auch einige Burgunder, Champagner, Rhône-Weine und Italiener sind im Index berücksichtigt.

Beispiele:

Lafite Rothschild 2006, Cheval Blanc 2005, Leoville Las Cases 2005, Petrus 2001, Dom Perignon 1996, Ornellaia 2004

Liv-ex nimmt allerdings keine Punkte-Bewertung der Weine selbst vor, wie Parker, Robinson, Wine Spectator, Decanter etc. Vielmehr fließen in den Index aktuelle Marktpreise, Alter des Weins, Produktionsmengen und verfügbare Menge auf dem Markt ein. So erhält jeder der 100 Weine eine Gewichtung, die seinem Einfluss auf dem Weltmarkt entspricht.

Die Index-Weine sind keine seltenen Versteigerungsweine, im Gegenteil: Neben entsprechenden Bewertungen der ob. zit. Kritiker ist eine der Voraussetzungen, um auf den Index zu gelangen, dass es entsprechende Mengen des betreffenden Weines auf  dem Markt gibt. So werden etwa Weine, die älter als 25 Jahre sind, vom Index genommen.

Wenn Sie Glück haben, ist Ihr Cheval Blanc 2005 in den wenigen Minuten, die Sie gebraucht haben, um diesen Artikel zu lesen, um ein paar Prozente im „Liv-ex 100 Fine Wine Index“ hinaufgeklettert und Sie können ihn nun gewinnbringend losschlagen.

Aber auch für alle Nicht-Millionäre unter unseren Lesern haben wir einen kleinen Trost: Auf die Frage, was einen großen Wein ausmache, meinte Serena Sutcliffe, Chefin der internationalen Weinabteilung des Londoner Auktionshauses Sotheby’s, einmal: Voraussetzung seien, dass der Wein ausdrücke, woher er kommt, dass er professionell gemacht ist und dass er Persönlichkeit habe. Und: „Man findet große Weine definitiv auch außerhalb des Spektrums von Château Pétrus und La Tache.“

Na dann …


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