Piemont pur


Große Barolo-Verkostung in Wagners Weinshop

Erich Wagner, Sergio Germano, Robero Massolino (Foto: Kressl)

„Piemont pur“ hieß es am vergangenen Donnerstag Abend, als Erich Wagner zu einer Verkostung mit zwei der besten Produzenten dieser Region einlud: Mehr als 60 Gäste kamen und wollten hören und schmecken, was Sergio Germano und Roberto Massolino zu bieten haben. Beide sind de facto Nachbarn im Piemont-Dorf Serralunga d’Alba und führen traditionelle Familienbetriebe mit 13 bzw. 25 Hektar.

Die Winzer präsentierten die klassischen Piemont-Weine: von den einfacheren Dolcetto, Barbera und Nebbiolo bis zu den lagenweise ausgebauten großen Baroli.

Wichtige Botschaften des Abends:

• Nebbiolo, jene Traube, aus der Barolo erzeugt wird, ist ein vorzügliches Medium, um die Eigenheiten des jeweiligen Weingartens zum Ausdruck zu bringen. So wie im Burgund oder in der Wachau hat es daher durchaus Sinn, mehrere Baroli aus einzelnen Weingärten (in Frankreich heißen solche Einzellagen-Weine „Crus“) zu produzieren.

Der Weinfreund kann sich dann durch vergleichendes Kosten bzw. Beratung jenen Barolo aussuchen, der ihm persönlich besser schmeckt: es gibt elegantere, geschmeidigere, die auf sandigen Böden wachsen; kantigere von kalkigen Böden; „moderne“ mit etwas mehr Barrique im Ausbau, „traditionelle“, die nur im großen Holzfass reifen, u.s.w.

• Baroli sind keine Happy go lucky-Drinks, sondern anspruchsvolle Weine: Sie brauchen mehrere Jahre Reife, bis sie überhaupt auf den Markt dürfen, dann mehrere Jahre, bis sie richtig gut sind, dann lange Zeit im Glas, bis sie sich entwickeln.

Es lohnt, sich ein wenig näher mit Barolo zu beschäftigen und sich beraten zu lassen: zu jung, zu kalt oder aus einem zu kleinen Glas getrunken, kann selbst ein 70,– Euro-Barolo eine Enttäuschung sein.

• Barolo sollte – wie im Piemont – immer zum Essen getrunken werden: rotes Fleisch, kräftige Pastagerichte, aromatische Käsesorten, Pilzgerichte.

• Wer sich über Barolo (auch wegen des Preises) noch nicht drüber traut, dem sei der Barbera von Germano (16,90 Euro) und Massolino (10,90 Euro) empfohlen: leichter zugänglich, jung trinkbar, preisgünstig, unkompliziert, für jeden Tag, ein guter „Einstieg“ ins Piemont.

• Nach 13 mehr oder weniger kräftigen Rotweinen binnen zwei Stunden wirkte der federleichte, kühle, fruchtig-spritzige Moscato d’Asti wie ein Labsal auf den Gaumen!

Sergio Germano, Roberto Massolino mit zwei weiteren Barolo-Experten: Fritz Karl und Michi Hebenstreit

Erich Wagner, Sommelier Hans Holletz, Sergio Germano

Erich Wagner, Sergio Germano, Roberto Massolino, Kathrin Brunath


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